Musik
Musik hat die Kirchengeschichte mitgesprägt und bestimmt: Ohne Musik hätte die Reformation Martin Luthers und Johannes Calvins nicht stattgefunden oder wäre zumindest gänzlich anders verlaufen. Seither ist eine evangelische Kirche ohne Kirchenmusik nicht denkbar.
Fenster zum Glauben
Musik ist ein Fenster zum Glauben, sie lässt Raum für individuelle spirituelle Erfahrung. Musik gehört zum Kultus fast jeder Weltreligion.
Theologie und Kirchenmusik sind Zwillinge im Haus der Kirche. Sie brauchen einander, wenn lebendige Gemeinden Gottes frohe Botschaft auf vielfältige Weise lebendig werden lassen wollen. Denn das Evangelium braucht Formen, in denen es ausgedrückt und beantwortet wird – sei es die Predigt, sei es das Kirchenlied, sei es die Orgelmusik, sei es der Gesang der menschlichen Stimme in den unterschiedlichsten Stilen. Eine Kirche ohne Musik wäre daher wie eine Gesellschaft ohne Kultur: Sie wäre chancenlos, einen dem Menschen angemessenen Reichtum an Ausdrucksformen zu entwickeln.
Die Kirchenmusik ist – nach Martin Luther – nicht nur Medium der Verkündigung, nicht nur Antwort auf die frohe Botschaft, sondern zugleich auch „Lehrmeisterin“ des Glaubens – sie vermittelt geistliche Texte, sie schafft ein Repertoire religiöser Sprachfähigkeit und kleidet Traditionen der Kirche in alte und neue Klanggewänder.
Kirchenmusik bringt viele Menschen über die Schwellen unserer Kirchen; Kantoreien und Kirchenchöre, Gospel- und Posaunenchöre binden Menschen in die Gemeinde ein und lassen sie zu aktiven Mitgestaltern des Gemeindelebens werden. Es entsteht Gemeinschaft zwischen denen, die singen und spielen, und denen, die hören. Auch deswegen ist die christliche Gemeinde singende und spielende Gemeinde.
In der öffentlichen Wahrnehmung ist die evangelische Kirchenmusik eine wichtige kulturelle Kraft, obgleich nur 60 Kantorinnen und Kantoren in Baden sie als Beruf ausüben – eine kleine Zahl im Vergleich zu anderen Kultursparten und auch im Vergleich zu anderen kirchlichen Berufsgruppen.



